Image

Das Netzwerk Südeuropa Germanistik (SEG) wurde von VertreterInnen der Hochschulgermanistik und der jeweiligen nationalen Germanistik-Verbände aus Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und Zypern im Juni 2014 in Thessaloniki im Rahmen einer vom DAAD unterstützten Tagung zum Thema „Gegenwart und Zukunft der Germanistik in Südeuropa“ gegründet. 2016 erweiterte sich die SEG im Rahmen der IX. Tagung des spanischen Germanistik-Dachverbandes FAGE „Realitäten, Herausforderungen und Reflexionen – Realidades, retos y reflexiones“ in Alcalá de Henares um Frankreich, Tunesien, Ägypten und Malta.  2019 fand das bislang letzte Treffen des Netzwerkes der neun Ländern auf Malta statt, wobei nicht nur Kroatien und Slowenien hinzukamen, sondern auch der Name geändert wurde: Das Netzwerk firmiert nun unter Mittelmeer-Südeuropa-Germanistik (MSEG) und umfasst elf Länder im Mittelmeerraum. 2017 wurde in Lissabon an der Universidade Católica die erste Sommerakademie für Doktorandinnen und Doktoranden aus dem MSEG-Raum durchgeführt, die kommende ist für den Juli 2021 in Palermo geplant.

Vorrangiges Ziel des Netzwerkes ist die Unterstützung der Hochschulgermanistik im Mittelmeerraum durch

  • regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit Erstellung von Länderberichten,
  • Intensive Kooperation in Forschung und Lehre,
  • Nachwuchsförderung,
  • Zusammenarbeit mit den deutschsprachigen Ländern und deren Institutionen,
  • Formulierung mittelfristiger und langfristiger strategischer Ziele.

Unser Anliegen ist es, die Attraktivität des Faches in einer von zunehmender Kommerzialisierung von Bildung und Ausbildung geprägten Hochschullandschaft nachhaltig zu sichern, indem wir      

  • das Germanistikstudium als Berufsqualifikation auch für fachferne Berufe propagieren,
  • auf der Vermittlung germanistischer Kernkompetenzen wie Linguistik, Literaturwissenschaft oder Kulturwissenschaft bestehen,
  • für eine Anleitung zu selbstreflexivem Lernen statt reiner Faktenvermittlung optieren,
  • interdisziplinäre und transkulturelle Forschung und Lehre gerade auch im Hinblick auf Nord-Süd-Dichotomien praktizieren.
Derzeitige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MSEG
 
Abrantes, Ana Margarida (Portugal)
Bouassida, Maike (Tunesien)
Dautel, Katrin (Malta)
Lughofer, Johann Georg (Slowenien)
Papakyriakou, Antroulla (Zypern)
Perrone Capano, Lucia (Italien)
Pichler, Georg (Spanien)
Silhouette, Marielle (Frankreich)
Sturm-Trigonakis, Elke (Griechenland)
Tahoun, Riham (Ägypten)
Zelic, Tomislav (Kroatien)

Aktueller Lagebericht zur Germanistik in den MSEG-Ländern (2019)

MSEG-Treffen in Valletta, Malta, 29. Mai bis 1. Juni 2019 

Verbände:




Gemeinsame Resolution der GermanistInnenverbände Südeuropas.

Als VertreterInnen der Germanistenverbände Zyperns, Griechenlands, Italiens, Portugals, Spaniens und Zyperns haben wir im Rahmen der GGGS-Tagung zum Thema «Gegenwart und Zukunft der Germanistik in Südeuropa», welche in Thessaloniki am 24. und 25.6.2014 stattfand, folgende Beobachtungen hinsichtlich der Situation der germanistischen Fachbereiche in unseren Ländern erarbeitet:

Generell gibt es eine Tendenz zu integrierten Studiengängen; diese geht mit dem Verlust der Autonomie der Fachbereiche einher, woraus gleichzeitig ein Verlust an fachspezifischen, d.h. germanistischen Inhalten resultiert. Diese Entwicklung ist in Italien und Portugal am stärksten ausgeprägt, während sich die Germanistik als universitäres Fach auf Zypern erst in den Anfängen befindet und somit einen gewissen Sonderstatus einnimmt.

In allen Ländern lässt sich eine steigende Nachfrage nach Deutsch seitens der Bevölkerung konstatieren, die zu einer erhöhten Nachfrage nach der Ausbildung von DeutschlehrerInnen führt, jedoch nicht gleichbedeutend ist mit einem erhöhten Interesse an den germanistischen Kernkompetenzen. Das Angebot der grundlegenden germanistischen Kernkompetenzen an den Universitäten wird durch staatliche Sparmaßnahmen wie Budgetkürzungen, Stellenabbau und Einstellungsstopp im Hochschulbereich immer mehr reduziert. Zweifellos aber steigen unter den derzeit schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen die Berufschancen durch Deutschkenntnisse, auch hat die Nachfrage nach Lehrkräften für Deutsch im privaten Sektor zugenommen, was durchaus zu einem erstarkten Interesse auch an der genuin germanistischen Ausbildung geführt hat. Insgesamt jedoch leben wir alle im Dilemma zwischen gestiegenen Studierendenzahlen und ständig höheren Anforderungen an unsere Kompetenz als DozentInnen und ForscherInnen einerseits und unseren stetig schlechter werdenden Arbeitsbedingungen andererseits.

Auf diese Situation ziehen wir für uns als Berufsgruppe zunächst die Konsequenz, dass wir die Attraktivität unseres Faches so rasch und nachhaltig wie möglich sichern wollen, indem wir
• das Germanistikstudium als Berufsqualifikation auch für fachferne Berufe propagieren;
• mit Nachdruck auf der Vermittlung germanistischer Kernkompetenzen wie Linguistik, Literaturwissenschaft oder Kulturwissenschaft bestehen;
• die reine Faktenvermittlung durch Ausbildung in der Methodologie des Lernens, in Präsentationsmethoden oder in der Evaluierung von Wissen ergänzen oder sogar ersetzen, um den aktuellen Erfordernissen an eine akademische Ausbildung wie kritisches Denken und lebenslanges Lernen gerecht zu werden;
• interdisziplinäre und internationale Forschung und Studienprogramme intensivieren.

Wir alle sehen es als notwendig an, für den Erhalt der Germanistik als eigenständiges Fach mit ihren Kerndisziplinen einzutreten, gleichzeitig jedoch im Rahmen unserer Möglichkeiten eine Öffnung zu mehr Berufsbezogenheit voranzutreiben.
Als weitere Maßnahme beschließen wir die Konstitution der Südeuropa-Germanistik, die ein Forum für die Germanistik in den südeuropäischen EU-Länder bieten soll. Wir ernennen als Repräsentanten je einen Sprecher pro Land; aus deren Mitte werden dann zwei Sprecher für die gesamte Gruppe ernannt werden, die nach außen die Gruppe vertreten und gemeinsame Aktivitäten koordinieren:

• Fernanda Mota Alves (Portugal)
• Antroulla Papakyriakou (Zypern)
• Lucia Perrone Capano (Italien)
• Georg Pichler (Spanien)
• Elke Sturm-Trigonakis (Griechenland)

Als Ziele der Südeuropa-Germanistik halten wir fest:

1. Intensivierte gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit in den Medien sowie Schaffung einer gemeinsamen Webseite auf der Homepage des spanischen Dach-Germanistenverbandes mit Verlinkung der übrigen Mitglieder (www.fage.es, Rubrik Südeuropa-Germanistik)

2. Kreation eines gemeinsamen Logos als Ausdruck unserer Identität

3. Verstärkte Zusammenarbeit in der Forschung
• Katalog aktueller Forschungsprojekte und von persönlichen oder institutionellen Forschungsprofilen ;
• Webseite als «Marktplatz» zur Vernetzung;
• Nutzung des DAAD-Germanistenverzeichnisses;
• Schaffung neuer gemeinsamer Forschungsbereiche;
• Nutzung bestehender internationaler Kooperationen als Basis für den Aufbau gemeinsamer Forschungsräume;
• Vernetzung und Koordination von Gastvorträgen;
• Erforschung des horizontalen Kulturtransfers im gesamten südeuropäischen Bereichs;
• Organisation gemeinsamer Kongresse.

4. Nachwuchsförderung für das Fach Germanistik
• DoktorandInnenförderung;
• Einrichtung internationaler und interdisziplinärer gemeinsamer Master- und Promotionsprogramme sowie Sommerschulen.

5. Zusammenarbeit in der Lehre
• Förderung von Praktika in anderen südeuropäischen Ländern (Über Erasmus+ Traineeship oder die Industrie- und Handelskammer);
• Gemeinsame Seminarangebote (z. B. Co-teaching per Videokonferenz etc.);
• Intensivierung der Erasmus+ Staff Mobility;
• Gegenseitige Informationspolitik, auch unter Einbeziehung deutschsprachiger Institutionen

6. Regelmäßige Treffen im Rahmen einer wissenschaftlichen Fachkonferenz mit Diskussion zur Südeuropa-Germanistik; Gastland 2016: Italien.

7. Schrittweise Einbeziehung der Germanistenverbände des südlichen Mittelmeers

Bild vom ersten Treffen der Gruppe am 25. Juni 2014

Gründungstagung der Südeuropa Germanistik


SEG-Sommerakademie, Lissabon, 12.-14. Juli 2017
Im Wandel. Ansätze und Methoden der aktuellen Germanistikforschung in Südeuropa und im Mittelmeerraum
Call for Papers

MSEG–Sommerakademie, Palermo, Italien, 21.-25. Juli 2020
Aktuelle Positionen in der Internationalen Germanistik in Südeuropa und im Mittelmeerraum
Call for Papers

Germanistik im Mittelmeerraum, Palermo 26.7.-2.8.2020
Wege der Germanistik in transkulturellen Perspektiven
Call for Papers

Associazione italiana di Germanistica
AIDG
AIG - Italienischer Germanistenverband


Associação Portuguesa de Estudos Germanísticos


APEG - Portugiesischer Germanistenverband


Deutscher Akademischer Austauschdienst


DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst


Federación de Asociaciones de Germanistas y Profesorado de Alemán en España/Dachverband der Germanistik- und DaF-Verbände in Spanien


FAGE - Spanischer Germanistendachverband


Griechische Gesellschaft für germanistische Studien


GGGS - Griechischer Germanistenverband




   
Prof. Dr. Elke Sturm-Trigonakis
Abteilung für Deutsche Sprache und Philologie
Aristoteles-Universität Thessaloniki
54124 Thessaloniki
Griechenland
Tel.: (++30) 2310 99-7525
email: esturm@del.auth.gr


Prof. Dr. Georg Pichler
Departamento de Filología Moderna
Universidad de Alcalá
c/ Trinidad, 3
28801 Alcalá de Henares
Spanien
Tel.: (++34) 918 855 346
email: georg.pichler@uah.es